Beweidung mit Schafen und Ziegen - Biotop- & Forstmanagement - Schäferei Kerstlingerode

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Beweidung mit Schafen und Ziegen

Übersicht
Ein Standbein in der Landschaftspflege ist die Beweidung schützenswerter Biotope, um diese dauerhaft und nachhaltig zu erhalten, bzw. zurück zu versetzen. Eingesetzt werden bedrohte Schafsrassen, die speziell für die gegebenen Verhältnisse gezüchtet worden sind. Kerngebiet ist das Naturschutzgebiet Bratental und die südöstliche Feldflur in Göttingen. Aber auch Flächen im Landkreis Göttingen werden beweidet. Als Auftraggeber sind die Stadt Göttingen und die Niedersächsischen Landesforsten zu nennen.

Die Beweidungsmaßnahmen finden in Kooperation mit dem Beweidungsprojekt der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e. V. statt. Das Beweidungsprojekt der BSG startete 2015 mit dem Ziel strukturreiche, kleinflächige und z. T. stark exponierte Flächen wieder in die extensive Beweidung aufzunehmen. Die Förderung von heimischer ursprünglicher Flora erfolgt dabei in Absprache mit fachlich kompetenten Akteuren aus den Bereichen Insekten, Botanik und Mykologie. Im ersten Jahr wurde hierfür eine größere Schäferei beauftragt. Leider fehlte es hier an Flexibilität. So entstand 2016 die Idee, mit einer eigenen kleinen Herde die Flächen zu beweiden.

Mittlerweile werden mit jeweils 4 Mischherden aus Ziegen und Schafen von etwa 10 - 20 Tieren hauptsächlich Kalk-Magerrasen beweidet. Aufgrund der Nährstoffarmut (extensive Nutzung, kein Pestizid- und Düngeeintrag) bereichern diese Flächen uns an einer hohen und seltenen Artenvielfalt. Viele Rote Liste-Arten, wie z. B. heimische Orchideen, tauchen nur auf diesen Flächen auf. Diese drohen ohne Beweidung durch Schlehen, Weißdorn und Hartriegel zu verbuschen.

In Kerstlingerode sind Weideflächen leider rar. Bisher bestand nur die Möglichkeit den Friedhof und weitere kleinere Flächen, wie die Fischteiche, anliegende Gärten sowie einen vergrasten Weg zu beweiden.

Die Schafe und Ziegen befinden sich von April bis Dezember auf der Weide. Hier verrichten die Tiere die sinnvolle Tätigkeit der Landschaftspflege. Die Lämmer leben ganzjährig bei ihren Müttern und erhalten auch im gesamten Bedarfszeitraum deren Milch. In der Vegetationszeit ernähren sie sich ausschließlich von frischen Kräutern, Gräsern und Gebüschen.

Zum Winterende, meist im Januar und Februar, werden die Lämmer behütet im Stall geboren um dann im zeitigen Frühjahr auf die Koppel gebracht zu werden. Dort können sie ein prächtiges 3/4 Jahr toben und fressen. Mit etwa 10 Monaten müssen die Lammböcke aus der Herde gebracht werden, da ansonsten Rivalitätskämpfe mit dem Herdenbock entstehen. Die Tiere sind gesund und vital, es werden keine prophylaktische Pharmazeutika (z. B. Antibiotika und Wurmkuren) verabreicht. Aufgrund stetig wechselnder Beweidungsflächen und natürlichen wurmvorbeugenden Kräutern ist dies auch nicht nötig. Selbstverständlich erhalten die Tiere auch keine genmanipulierte Nahrung.

In der Vergangenheit wurde mit 2 Schafsrassen, Skudden und Coburger Füchse sowie mit Deutschen Edelziegen gearbeitet. Seit 2022 züchten wir außschließlich Skudden und robuste Ziegen. Es stellte sich heraus, dass die anspruchslosen und sehr robusten Skudden für die Landschaftspflege deutlich besser geeignet sind.

Über die Schäferei können auch Lämmer, Böcke und Auen erworben werden. Sollte Interesse an den Tieren oder deren Produkte bestehen, kann man sich auf dem Ziegenmarkt informieren. Bei Interesse kannst du dich gerne bei mir melden.

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